Hintergrund

Das Radfahren ist ein alter aber schnell wachsender Teil der Mobilitätsmanagementkonzepte europäischer Städte. Jedoch gibt es, von der weitreichenden Wiedereinführung des Radfahrens abgesehen, immer noch ein signifikantes Wachstumspotential – in dem einige städtische Regionen bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt haben und andere die Thematik erst noch erforschen. Das Radfahren hat eine strategische Bedeutung für das Mobilitätsmanagement und die nachhaltige Entwicklung europäischer Städte. Das momentane Niveau der motorisierten Verkehrsmittel hat erheblich negative Effekte.

Herausforderungen und Vorteile des Radfahrens für die städtischen Mobilitätsmanagementkonzepte sind:

  1. Reduzierte Verkehrsbelastung: 30% der Autofahrten in Europa liegen unter 3 km und 50% unter 5 km – eine Fahrradfahrt von 15 Minuten (EEA Report Nr. 5/2009). Die Reduzierung des Autoverkehrs und die Belebung des Fahrradverkehrs entlasten die Straßen und reduzieren die Verkehrsbelastung und die damit zusammenhängenden Verspätungen, verlorene Arbeitszeit, vergeudetes Benzin usw.
  2. Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Fahrradinfrastruktur bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis (& einen positiven Einfluss auf die Umwelt) verglichen mit anderen Transportmitteln.
  3. Reduzierung der externen Kosten: Motorisierte Transportmittel führen zu hohen Kosten für Bürger und Gesellschaft, direkt (Straßenbau und –unterhalt) und indirekt (Unfälle, Fettleibigkeit, Umweltverschmutzung, Verkehrsüberlastung, etc.). COM 2009/279 schätzt die externen Kosten des Straßenverkehrs (hauptsächlich individueller motorisierter Verkehr) auf 2.6% des BIP. Andere Studien gehen sogar von 4% und 8% aus. Der Wechsel vom Auto zum Radfahren bietet die Gelegenheit für große Kostenersparnisse.
  4. Niedrigere CO2-Bilanz: Ca. 40% der europäischen CO2-Emissionen entstehen durch den Straßenverkehr und 70% aller anderen Verschmutzungen entstehen durch den Stadtverkehr. Wie in der Mitteilung der Europäischen Kommission 2009/279 festgestellt wurde, trägt der städtische Verkehr mit 40% zur CO2-Emission und mit 70% zur gesamten Luftverschmutzung, namentlich Feinstaub- und Stickoxidbelastungen, aller Transportmittel bei. Eine Verdreifachung des Verkehrsanteils von Fahrrädern würde 5% der Verkehrs-CO2-Emissionen bis zum Jahre 2020 einsparen. Dies würde einen signifikanten Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels und der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beitragen.
  5. Geringerer Flächenverbrauch: 10 Fahrräder können auf dem Parkplatz für ein Auto geparkt werden. Auf einer typischen Fahrspur können pro Stunde 2.000 Autos fahren – und 14.000 Fahrräder.
  6. Vorteile für die Gesundheit: Eine Anhebung des Verkehrsanteils von Fahrrädern steigert die geistige und körperliche Gesundheit. Verkehrsunfälle mit Autos betreffend meist auch Radfahrer und Fußgänger. Trotzdem sind die Vorteile für die Lebenserwartung durch das Radfahren 20-mal höher als das Unfallrisiko (WHO, 2000). Eine größere Anzahl von Pendlern, die das Fahrrad benutzen, ist mit einem niedrigeren Unfallrisiko verbunden. Autofahrer sind an die Anwesenheit von Radfahrern gewöhnt und sind höchst wahrscheinlich selbst Radfahrer.
  7. Förderung von Investitionen und Wiederbelebung von Stadtteilen: Radfahrer-freundliche Städte ziehen Individuen und wirtschaftliche Investitionen an, fördern die Wiederbelebung von Stadtteilen und können die Lebensqualität und die Umweltbedingungen einer Stadt verbessern.
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